Freitag, 11. November 2016

Auflösung der Abstraktionen in realen Handlungen.



Der Standpunkt ist inzwischen gegeben: Es ist der des sich-sellbst-setzenden Subjekts. Doppelt gegeben ist der Gegenstand: Einmal als reales System der bürgerlichen Produktionsweise, ein andermal gegeben als theoretisches System der Politischen Ökonomie; eigentlich: das Verhältnis der beiden gegen einander. Die anzuwendende Methode ergibt sich daraus 'wie von selbst': Es ist das 'analytisch-synthetische' Verfahren der Kritik; nämlich die Zerstreu- ung der fetischisierten Begrifflichkeit und Freilegung der in ihr verborgenen realen Tätigkeiten.

2 ) „Realabstraktion“

 Des ‘Subjekt des Austauschs’ (=‘Individuum‘  im allgemeinen)  ist eine  A b s t r a k t i o n,  die durch die  Z i r k u l a t i o n,  in einer auf verallgemeinertem Austausch beruhenden Form des gesellschaftlichen Verkehrs, tatsächlich hervorgebracht wird (sie ist  ’w i r k l i c h’, weil sie im Handeln der empirischen Individuen als dessen Bestimmungsgrund  w i r k t.)

Und dieser reellen Abstraktion “Subjekt des Austauschs” auf der Formseite entspricht die Abstraktion ‘Gebrauchswert überhaupt’ auf der Stoffseite. Es ist die Abstraktion von allem  b e s t i m m t e n   Gebrauch, allem bestimmten Verzehr durch ein bestimmtes Individuum:   g e s e l l s c h a f t l i c h e r   Gebrauchswert, sofern er nämlich für den reellen allgemeinen Zusammenhang der Individuen,  i n   ihrem wirklichen, d. h. tätigen Zusammen w i r k e n,  a l l g e m e i n  als Gebrauchswert  g i l t  — nämlich als  N a c h f r a g e  auf dem M a r k t.

‚Allgemeiner’ Gebrauchswert,  Gebrauchswert für  ‚d e n‘  Andern — das ist schlechthin Wert: das, was ‚den Andern’ “wert” ist…

Daß sich der so bestimmte W e r t  darstellt als  Ä q u i v a l e n z  —  noch ganz abgesehen von deren immanenter Bestimmung als “Arbeit überhaupt” —, ist eine s p e z i f i s c h e Bestimmung einer auf dem  T a u s c h,  dem Austausch von  W a r e n  beruhenden Verkehrsform: der kapitalistischen Form des gesellschaftlichen Zusammenhangs als  K o n k u r r e n z;  ist eine zusätzliche,  a k z e s s o r i s c h e   Bestimmung, die zur allgemeinen Bestimmung der  Wert s u b s t a n z  (=allgemeiner Gebrauchswert)  h i n z u t r i t t.

(Also: keineswegs ‘schlagen‘ die gegensätzlichen Bestimmungen’ — Gebrauchswert und Tauschwert — ‘ineinander um’, keineswegs ’bestimmen’ sie einander ‘wechselseitig’; und keineswegs ist ‘der Wert’ das substante Prius (‘Wesen’, ‘Idee’), das sich in der ‘Erscheinung’ in die ‘Antithesen’ Gbw./Tw. auseinander- legte; also keineswegs die “Selbstbewegung des Begriffs”…)

…sondern diese Formen sind ebensoviele Handlungsweisen, Formen realer Tätigkeiten empirischer Subjekte. Der ‘Wert’ ist das  P r o d u k t  (also nicht ein ‘Prinzip’!) der  A b s t r a k t i o n  von der Individualität der empirisch gegebenen mannigfaltigen Gebrauchsgegenstände;  ist eine gesellschaftlich reale, historisch gewordene Form über einem empirisch Gegebenen. (( Natürlich läßt sie sich nachträglich als Kategorie auch von dieser ihren realen gesellschaftlichen Voraussetzung — nämlich daß die Individuen wirklich in allgemeinem Zusammenhang stehen — abstrahieren und dann rückwärts auf Gesellschafts- formen applizieren, in denen diese empirische Voraussetzung eben nicht gegeben war —  wie es die klassische politische Ökonomie ja auch reichlich getan hat; freilich muß man dabei dann im Auge behalten, daß es sich allenfalls um ein regulatives Prinzip handeln kann, Erkenntnis m i t t e l, nicht selber Inhalt der Erkenntnis: andernfalls ist die Vorstellung einer in der Endlichkeit erscheinenden ’Idee’ schlechterdings nicht abzuhalten…))

Diese Abstraktion, die hier im Begriff vollzogen wird, wird in der kapitalistischen Gesellschaft tatsächlich und real vollzogen in dem Prozeß der Zirkulation, dem wirklichen allgemeinen Zusammenhang, der allgemeinen Vermittlung (oder vermittelten Allgemeinheit)…; diese reale Abstraktion  i s t  der Tausch- wert; sie ‘erscheint‘ nicht ‚als‘…, sondern  i s t   e s   s e l b s t: ‘Wert‘ ist die  l o g i s c h  vollzogene Abstraktion von der Individualität (besondern Nützlichkeit) der Gebrauchsgegenstände;  T a u s c h wert ist die täglich (reell, im empirischen Handeln der austauschenden Produzenten auf dem Markt.

Also der ‘Wert‘  i s t  Tauschwert (nämlich unter  kapitalistischen Verhältnissen); und der Tauschwert    i s t  Gebrauchswert. Und so handelt es sich allerdings um gegensätzliche Bestimmungen derselben identischen Sache. Aber nicht um Bestimmungen der Sache durch sie selbst, sondern um Bestimmungen durch die handelnden Subjekte: drücken aus die wechselnden, nämlich   a b wechselnden Verhaltungs- weisen des Subjekts zur Sache. (Die Ware X ist Tauschwert für A nur, sofern sie nicht Gebrauchswert für A ist, aber Gebrauchswert für B; und wenn Gebrauchswert für B, dann nicht Tauschwert für B: das eine nicht, wenn das andre; aber jedes nur, wenn abwechselnd — “prozessierend” — das eine sowohl als das andre!); und ‘die Sache selbst’ ist dann nicht die  K a t e g o r i e, der ’Oberbegriff‘ Wert; sondern ‘die Sache’ ist das zwar logisch unterste, aber empirisch erste: das Produkt als besonderer nützlicher Gegenstand — der unter bürgerlichen Verhältnissen zur W a r e wird…



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